Trialog an der HBG

„Religion erleben als das, was zusammenführt.“
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus und dem Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit hatte sich eine Gruppe des Projektkurses „Ändern leben“ der Qualifikationsphase 1 mit der Idee der Komparativen Theologie auseinandergesetzt, die u.a. einen Trialog zwischen den drei abrahamitischen Religionen anstrebt und damit Brücken schlagen will, wo anderorts gerade immer mehr abgebrochen werden und fundamentale Positionen immer mehr Raum einnehmen.
Unter anderem über Wahrheitsansprüche der einzelnen Religionen untereinander, jedoch auch über Auslegungen der eigenen Religion innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft wurde am 9. März diskutiert, als der Projektkurs Frau Dr. Nasrin Bani Assadi, Frau Dr. Annette Böckler und Prof. Dr. Klaus v. Stosch vom Zentrum für Komparative Theologie der Universität Bonn zu einer Podiumsdiskussion eingeladen hat. Doch nicht nur das war Thema der Veranstaltung, insbesondere über die Argumente für und gegen die Einrichtung eines Gebetsraumes an Schulen tauschten sich die ca. 300 Oberstufenschüler*innen und die Theolog*innen intensiv aus. Dabei stellte sich auch heraus, wie vielfältig alle drei Religionen in ihren Strömungen sind und Pauschalisierungen – auch im politischen Diskurs – dem nicht gerecht werden.
Die drei Theolog*innen schilderten auf Nachfrage der Moderator*innen Sinit Njenga und Kerim Kaya (Q1) außerdem die Bedeutung des Fastens innerhalb der drei monotheistischen Religionen, wobei dies nicht nur die Gemeinsamkeiten deutlich machen sollte, sondern auch das gemeinsame Fastenbrechen an der HBG am 17. März vorbereiten sollte; die Besonderheit liegt in diesem Jahr dabei, dass Muslim*innen und Christ*innen zeitgleich fasten.
Prof. Dr. Klaus v. Stosch konstatierte am Ende: Wir sollten „Religion erleben als das, was zusammenführt.“
Diese Veranstaltung sowie das Fastenbrechen wurden seit Monaten vorbereitet; die Gruppe fuhr z.B. für ein Vorbereitungstreffen im November extra nach Bonn und ging auch mit Essenslieferanten in den Austausch, um das Buffet für das Fastenbrechen zu ermöglichen.
Das Fastenbrechen stieß auf große Resonanz, nicht nur Schüler*innen, sondern auch Kolleg*innen erschienen mit selbstgemachten Speisen, so dass rund 90 Personen am 17. März ab 18.46 Uhr gemeinsam das Fasten brechen konnten. Ein Dank ist dabei auch dem Förderverein auszusprechen, der eine finanzielle Unterstützung zusagte. Bereits ab 15.30 Uhr bereiteten mehrere Schüler*innen den Abend vor, indem sie im PZ die lange Tafel deckten, Getränke einkauften und das Essen zum Teil mit ihren eigenen Autos anlieferten. Es herrschte durchweg eine selige Stimmung und eine weitere Gemeinsamkeit – das Beisammensein in Gemeinschaft und das Miteinander feiern – wurde aktiv gelebt. Mit einer gemeinsamen Kahoot-Challenge zum Thema ließen die Organisator*innen diesen ausklingen, bevor danach alle gemeinsam aufräumten. Die organisierende Gruppe packte im Anschluss daran noch Päckchen mit übrig gebliebenen Essen und fuhr an verschiedene Orte in der Stadt, um diese an Bedürftige zu verteilen. Auch das haben alle drei Religionen gemeinsam: Die Sorge um am Rand der Gesellschaft stehende Menschen.
Wir bedanken uns bei allen Schüler*innen und Kolleg*innen sowie Eltern für den Besuch und die Unterstützung und hoffen, dass wir eine zukünftige Tradition an der HBG damit geschaffen haben.
Der Projektkurs „Ändern leben“ der Q1 im März 2026